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Ouverture Toccata op.20

Ouverture und Toccata

für Klavier
in 2 Sätzen

Auftragswerk der Pianistin Cornelia Herrmann
Uraufführung am 20. Februar 2013 im Austrian Cultural Forum in New York/USA

Als ein aktueller Kontrapunkt zum wundervollen kontrapunktischen Schaffen J.S. Bachs sind die Ouverture und Toccata op.20 gedacht, und zum kräftigen Gebrauch zusammen und in Gegenüberstellung mit den Partiten, Fugen und Sonaten des barocken Großmeisters geschrieben.

Die konventionelle Form des 1.Satzes, einer Französischen Ouverture mit anschließender „Fuge“, täuscht beim ersten Anblick, denn durch die latente Poly-Tonalität hat sich ein strenger Kontrapunkt im Stile Bachs erübrigt. Vielmehr ist auf dem „Skelett“ einer Fuge ein recht üppiger Variations-Reigen über das Thema selbst und seine Teile aufgehängt, und das Thema auf diese Weise auf alle Arten „durchgeführt“.
Ist es dem Autor ebenso sehr um die Fasslichkeit dieses Variations-Spieles getan als auch um den blühenden Reichtum an vielerlei Harmonien und Themen-Konstellationen, so fand sich die Form als ein rechter Zwitter zwischen dem, was wir gemeinhin unter einer Fuge, und andererseits unter einem Variationssatz verstehen. Würde man dieses Gebilde mit einem Haus vergleichen, könnte man sagen: Die guten alten Natursteine sind durch ein Wunderwerk aus neuem Glas verbunden, sonderlich in Statik und Gravität, bei auffällig opulentem Portal in französischem Protz- und Prunkstil, am Rande des guten Geschmacks...

Die Toccata entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als eine klassische Sonaten-Form – wiederum hilft die klassische Form der überaus komplexen Tonalität, sodass der Hörer bei aller Apartheit des Erzähltons dem Fortgang der Geschichte im Grunde Folge leisten wird können. Die simple rhythmische Struktur der Themen ist eine direkte Referenz an die barocke Toccata, und ermöglicht zuweilen, besonders im Durchführungsteil, rhythmische Verschiebungen, die Spieler wie Hörer durchaus an die Grenze des Mitverfolgbaren bringen könnten...

Jede Menge Spielvergnügen gepaart mit munterer Virtuosität für Tastentiger und Barock–Freaks, so möchte mein Barock-Modern-Zwitter sich vorstellen. Inspiriert ist er von Cornelia Herrmanns wundervollem Partiten-Spiel, und auf den Leib geschrieben ist er ebenderselben.

Aufführungsdauer ca. 16 min

 

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