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Michaeler-Variationen op.16

für Solo-Viola

Die Michaeler-Variationen für eine Solo-Bratsche sind im Jan. 2012 für eine junge Kollegin, Michaela Kleinecke, zum Jugend-Wettbewerb geschrieben – als spätes Dankeschön für deren Lehrerin, Ulla Schulz, welche auch einmal die meine war.

Inspiriert von meinem ersten Eintreten in die Wiener Michaeler-Kirche war mein Ansinnen, im klassischen Stile möglichst große klangliche Viola-Effizienz bei möglichst überschaubarem technischem Aufwand zustande zu bringen. Ein schön und würdig einherschreitendes Eröffnungs-Thema erinnert etwas an Bachsche Allemanden, stellt aber sogleich harmonisch klar, daß es nicht aus jenen Tagen entstammt.

Innehalten und verwundert zur Seite schauen bestimmt den Gestus des Themas, welches sich endlich doch dem Erhabenen annähern darf. Vergnügen am Spielerischen verkünden die drei Variationen: Das Spiel mit Harmonien in freierem Zusammenhang steht dem Spiel mit legato, pizzicato und Flageoletten gegenüber, an barocke Klangsinnlichkeit sich anlehnende Arpeggien nisten sich bald neben einer dem Hauptmotiv entnommenen Chromatik ein, ein rascher Kehraus folgt dem obligaten violistischen Lamentieren und Sinnieren. Auch formell sind die Michaeler-Variationen ganz der Tradition alter Wiener Kirchen verpflichtet, es folgt die große Anlage von Langsam-schnell-langsam-schnell dem alten Kirchensonaten-Stil.

Wie eine Viola doch so „sakral-erotisch“ kokettieren kann...! Viel Augenzwinkern hört man hier zwischen den Zeilen direkter Klangsinnlichkeit und virtuoser Verspieltheit.

Aufführungdauer: ca. 4min

 

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