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Klaviertrio op.12

Les Adieux

für Violine, Violoncello und Klavier
in 4 Sätzen

Auftragswerk eines Wiener Privatiers
Uraufführung am 5. November 2010 in der brick5 art location in 1150 Wien

Les Adieux ist ein Stück über den Abschied, könnte man sagen. Beethovens berühmte Es-Dur Sonate mit dem Beinamen „Les Adieux“ bildet einen gewichtigen emotionalen Hintergrund für die Komposition und wird darum auch einige Male prominent zitiert. So ist auch die große Form sehr nahe angelehnt an diverse Beethovensche Vorbilder.

Der große Kopfsatz thematisiert deutlich den Konflikt zwischen der Last einer Beziehung und der Leichtigkeit, im Negativen aber auch Leere, einer Freiheit ohne Beziehungen, quasi im luftleeren Raum. Den endgültigen Abschied zeichnet sodann der Trauermarsch im 2. Satz. Unregelmäßig und nach allen Seiten schillernd rast eine Art Scherzo sodann daher, welches in seinem langsamen Trio den Schlußvers eines deutschen Volksliedes zitiert, „Da unten im Tale“, berühmt geworden durch die Brahmssche Edition deutscher Volkslieder – naturgemäß eine weitere Facette um den Abschied.

Der Finalsatz ist ein Variations-Satz, dessen Thema sich wiederum anlehnt an das eben genannte deutsche Lied, jedoch in ganz unregelmäßigen Bocksprüngen dahergaukelt, vielleicht dem Zwiefachen verwandt, dem unregelmäßigen Tanz aus der alpinen Volksmusik.

Generell ist das Trio in sehr konventioneller Tonsprache gehalten, eben wiederum deutlich rückblickend auf das klassische Modell, aber dennoch eigen in der konkreten Umsetzung. Ein paar Ingredienzien der modernistischen Tonsprache, wie das verstärkte flageolet-Spiel und col legno battuto der Streicher oder das Kreditkarten-Gliss im Klavier führen bereits in unbekannte Welten der Entfremdung. Das Gewicht der Abschieds-Thematik aber entlässt das Stück am Ende nicht aus der Gravität des Ernstes – 40 Minuten Seriosität!

Aufführungsdauer ca. 40 min

 

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