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Streichquartett op.9

für Streichquartett und Stimme in 4 Sätzen

nach Texten der Autoren des ersten Berliner Zeitkunst Festivals 2009

1.Satz: Friss mich an (+ Sprecher)
2.Satz: Es gibt Tage (+ Sprecher)
3.Satz: Punkt Zwölf (Quartett solo)
4.Satz: Nur Italien (Quartett solo)

Fassung op.9b für Quartett solo (2010)

Petite Ouverture – Pandora´s Gadget
1.Satz – Friss mich an
2.Satz – Es gibt Tage
3.Satz – Punkt Zwölf
4.Satz – Nur Italien

Auftragswerk für das erste Berliner Zeitkunst-Festival 2009, Villa Elisabeth

UA durch Sergey Malov, Manuel Hofer, Julian Arp und Christoph Ehrenfellner ebendort.

Das Quartett op.9 entstand für das Zeitkunst-Festival für Kammermusik und Gegenwartsliteratur und basiert auf Texten der eingeladenen Autoren Johanna von Melzow (Titel), Cornelia Schmerle, Andre Rudolph, Katharina Bendixen, Thien Tran, Katharina Hartwell, und Alexander Graeff. Im ersten Satz ergeben 4 Gedichte eine dramatische Kurve, die in ihren Proportionen entfernt ein Gefühl von Sonatensatz entstehen lässt, ein Sprecher rezitiert die Gedichte in freien Tonhöhen, jedoch rhythmisch streng wie notiert. Den schnellen 2. Satz, ein presto diabolico con sordino, prägt ein Text von Alexander Graeff, der in seiner variierten Reprisenartigkeit Grundstrukturen eines Scherzos abliefert. Auch darüber wird der Text streng rhythmisch rezitiert.

3. Satz und Finale sodann sind nur emotional angelehnt an die Texte von Katharina Hartwell und Katharina Bendixen, in ihrer Form jedoch sehr an den klassischen Vorbildern für einen langsamen und einen Finalsatz angelehnt. Um das Quartett auch ohne Sprecher aufführen zu können, entstand 2010 die Fassung op.9b mit dem kleinen Zusatz einer Ouverture, die in Bruchstücken dann für all jene Momente herhalten muß, wo vordem Text und Musik im Ping-Pong Spiel lagen.

Zur Uraufführung in Berlin im November 2009 wurde die originale Fassung mit Sprecher gegeben, und jeweils vor dem 3. und 4. Satze die dazugehörigen Texte gelesen, was eine spannende Gesamtgeschichte um das ewige Thema Beziehung Mann-Frau ergab, welches das Grundmotto der verwendeten Texte darstellt und im weiteren auch von mir konstruktiv aufgegriffen wurde, z.B. im simultanen Aufeinandertreffen der beiden Tongeschlechter Dur und moll bereits im ersten Hauptthema des Stückes. Das Seitenthema zitiert prominent Allvater Beethoven in seinem A-Dur Quartett op.18/5 (den berühmten langsamen Variationssatz). Generell ist dieser erste Streichquartett-Versuch noch durchwegs konventionell gehalten in Form, tonaler Struktur und thematischer Durchwirktheit und zeigt letzten Endes auch eine Verbundenheit des jahrelangen Quartettmusikers mit der klassischen Substanz.

Aufführungsdauer: ca. 27min (op.9b ca. 28min)

 

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